Tipps und Gedanken


Eine Minute

Ganz bewusst hab ich eine Minute auf meinen Wecker gesehen. Wie viele Menschen auf dieser Welt haben genau in dieser Minute die Augen für immer geschlossen? Wie viele haben ihren allerersten Schrei getan? Wie viele Menschen haben grad in dieser Minute Sex und wie viele sind am Streiten? Bestimmt halten sich viele den Bauch, weil sie zu viel gegessen haben und andere finden vor Hunger nicht in den Schlaf. Eine Minute, die die ganze Bandbreite des Lebens erfassen kann. Vielleicht macht es das grade aus. Diese Vielfalt, die das Leben für uns bereithält. Diese Höhen und Tiefen, die so nah beieinander liegen können. In jeder Minute des Lebens…

Hundert Prozent

Mein Navi hat mich wunderbar in ein mir unbekanntes Wohngebiet geleitet. Eingeladen bei den Bewohnern des Hauses mit der Sperlingsgasse 16. Da war eine Stichstraße mit dem Schild: 18-12. Ich hab eingeparkt und bin hundertprozentig sicher in sie Straße gelaufen, um dort das Haus zu finden. Das muss hier sein! Geht doch gar nicht anders! Ich bin doch nicht blöd! Es war nicht da… Ich kann und muss das auch nicht begreifen. Fakt ist, dass es im Leben doch oft so ist. Wir sind uns vollkommen sicher, Recht zu haben. Lassen gar nichts anderes gelten. Wieder mal wird mir klar: Nichts ist unmöglich!

Dunkel

Ich bin im Dunkeln im Auto unterwegs. Ich kenne mein Ziel in weiter Entfernung. Ich erkenne aber nur die nächsten 30 Meter. Mit eingeschaltetem Fernlicht erkenne ich schon ein bisschen mehr. Wenn mich der Gegenverkehr blendet, dann bin ich so gut wie blind. Dann hilft nur, das Tempo zu drosseln und sich langsam Stück für Stück dem Ziel zu nähern. Genau so geht es uns doch auch im Leben, wenn wir mal nicht so richtig gut die Richtung erkennen können.

Warnlämpchen

In meinem Auto hat letztlich die kleine Ölkanne kurz aufgeleuchtet. Ups, da muss wohl mal nachgefüllt werden! Wie praktisch wäre es, wenn es solche Lämpchen auch an unseren Körpern geben würde. Immer dann, wenn irgendwas was fehlt, blinkt es kurz auf. Trinken, Essen, Bewegung, Ruhe, aber auch Liebe, Harmonie, Abwechslung. Was auch immer. Leider sind bei uns Menschen die Zeichen subtiler. Wir müssen schon genau hinhören wenn unser Körper und unsere Seele uns etwas sagen wollen und nicht (wie so oft) weghören.

Straßenmaler

Auf meinem Weg vielen mir die wunderschönen Straßenmalereien eines glücklichen Kindes ins Auge. Ach ist das schön! Das haben wir früher auch immer gemacht. Es hat mich ein bisschen melancholisch gestimmt. War früher nicht alles besser? Leichter? Waren wir glücklicher? Nein, es war in vielerlei Hinsicht nur anders. Definitiv war nicht alles besser! Damals wie heute kommt es nur darauf an, sein Glück in den Dingen zu finden, die man hat.

 

Überlebenskünstler

Wer einen Garten oder Balkon hat, kennt es. Manche Pflanzen gedeihen trotz aller Fürsorge einfach nicht. Im Gegensatz dazu gibt es dann die „Überlebenskünstler“ wie die Mohnblume zwischen allen Steinen. Woran liegt das? Warum gibt es solche Unterschiede? Nicht nur bei Pflanzen, sondern auch bei uns Menschen. Es sind die, die an sich glauben und trotz aller Widerstände nicht aufgeben, die letzten Endes irgendwann ihr Ziel erreichen.

Bücherschrank

Mein Lieblingsbücherschrank. Mitten in meinem Dorf. Jeder kann sich ein Buch aussuchen und mitnehmen, oder ein eigenes, gelesenes abstellen. Wäre es nicht schön, wenn es das auch für Lebensumstände und Emotionen gäbe? Einen Ort, an dem man einfach Gefühle, die man nicht mehr möchte entsorgen kann und sich die Gefühle mitnimmt, die man vielleicht gerade braucht. Leider ist das nicht ganz so einfach…

Unbeschwert

Vollkommen unbeschwert und ungehemmt genießt mein Patenkind mitten in der Stadt die kühlenden Wasserfontänen. Da bin ich ganz neidisch geworden. Als Erwachsener macht man das nicht mehr. Was sollen die anderen Leute sagen? Ist doch peinlich! Warum eigentlich? Wer sagt das? Wann hat das aufgehört, dass man sich einfach nur mal Spaß gönnt, ohne über die Konsequenzen nachzudenken? Die ganzen Blockaden sind nur in unseren erwachsenen Köpfen.

Bescheuert

Am gefühlt heißesten Tag fällt mir ein, dass ich Unkraut abbrennen will. Wassereimer gefüllt und daneben gestellt und los geht’s …. Ein Funke scheint genügt zu haben und die Hecke vom Nachbarn hat Feuer gefangen. Mein Wassereimer war natürlich nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Sogar die Feuerwehr musste kommen! Ich frage mich, wie bescheuert muss ich sein?! Ich versuche mich jetzt nicht in Selbstvorwürfen zu verlieren, oder mich zu fragen was noch hätte passieren können. Ich versuche, das Gute zu sehen. Das Feuer ist früh genug gelöscht worden, ehe es noch mehr zerstören konnte. Niemand ist zu Schaden gekommen. Ich habe eine Versicherung. Also auch hier und für mich gilt: Egal, wie blöd eine Situation ist: immer versuchen, das Gute daran zu finden.

Ursache

Im Normalfall bin ich in meinem Leben ziemlich aufgeräumt und entspannt. Nun hatte ich aber gestern, aus welchen Gründen auch immer, nur vier Stunden Schlaf. Das heißt ich war heute durchgehend müde und unleidlich. Alles war doof und anstrengend. Dinge, die mir sonst Freude machen, haben mich genervt. Das zeigt doch ganz klar, dass im Leben ein Rädchen in das andere greift. Wenn eine Sache nicht stimmt, dann fühlt sich gleich das ganze Leben falsch an. Ein Grund mehr nach der (vielleicht kleinen) Ursache zu suchen.